Vereinbarkeit – was soll das eigentlich sein?

Na, seid ihr alle gut ins neue Jahr gekommen? Habt ihr viele schöne Pläne, Ideen oder gar Vorsätze für 2016? Wir schon. Ganz vorne mit dabei stehen die Halben Sachen. Denn nach den ersten vier Monaten haben wir schon so viel mehr positiven Zuspruch erhalten, als gedacht. Es macht uns sehr viel Spaß und wir haben viele Ideen, die wir dieses Jahr angehen wollen. Wir freuen uns, wenn ihr uns dabei begleitet. Gerne auch mit Feedback was ihr lesen wollt, was ihr spannend findet, wo wir für euch mal recherchieren sollen. Heute möchte ich aber noch mal was ganz Grundlegendes mit euch klären. Nämlich, was Vereinbarkeit für uns im Alltag und hier bei den Halben Sachen eigentlich bedeutet.

Vereinbarkeit – alles eine Lüge?

Immer wieder stoße ich im Netz auf Texte, die behaupten, dass Vereinbarkeit

  1. gar nicht,
  2. nur mit großen Einschränkungen,
  3. nur mit diesen xy Tipps

machbar ist.

Bücher wie „Die Alles ist möglich-Lüge – Warum Familie und Beruf nicht zu vereinbaren sind“ oder „Geht alles gar nicht“ lese ich aus Prinzip nicht (und verlinke sie auch nicht). Der Leitartikel im Handelsblatt vom Montag (leider nicht kostenfrei online) hatte unter der Überschrift „Karrierekiller Kind“ auch nicht wirklich neue Erkenntnisse zu bieten. Es blieb im Endeffekt bei der lapidaren Forderung, Unternehmenskulturen müssten sich ändern. Ach was …

Und auch der Gastbeitrag von Johanna Ertan auf Eltern.de machte mir latent schlechte Laune, war er doch angekündigt mit: „Der Spagat zwischen Arbeiten und Mamasein ist wirklich riesig. Irgendetwas bleibt dabei auf der Strecke – definitiv!“

Ich habe ihn dann doch gelesen, so schlimm war er gar nicht, kommt sie doch zu dem Schluss: „Ja, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ich finde sie eine Herausforderung und ich finde sie schwierig. Ich fand sie als Angestellte mit einem Kind schwierig und ich finde sie als Selbstständige mit zwei Kindern schwierig. Aber sie reizt mich, sie fordert mich wirklich heraus und es macht mir meistens Spaß, die Herausforderung anzunehmen.“

Soweit so gut. Gleichzeitig möchte ich sie und alle anderen Autoren auch ganz laut anschreien: JA WAS DENKT IHR DENN?

Die Gretchen-Frage in der Eltern-Version

Romantisch auf Wiesen hocken und in weißen (!) Shirts in den Sonnenuntergang schauen: Gebt's zu: So hattet ihr euch das doch vorgestellt, oder?

Romantisch auf Wiesen hocken und in weißen (!) Shirts in den Sonnenuntergang schauen: Gebt’s zu: So hattet ihr euch das doch vorgestellt, oder? Via: Unsplash

Ihr setzt ein Kind in die Welt, ein kleines, erst einmal ziemlich hilfloses Wesen, und alles bleibt wie es war? Ihr könnt weiter 1000 % für den Job geben, nebenbei ein oder mehrere Kinder zu ganz wohlgeratenen Menschen großziehen, mit eurem Partner/eurer Partnerin ein entspanntes Leben führen, mit den Freunden um die Häuser ziehen und alles ist easy?

Wie soll denn das gehen? Vorher ward ihr zwei erwachsene Menschen, die – wenigstens die meisten von euch – ihr Leben ganz gut auf die Reihe gekriegt haben. Eure Hauptaufgabe bestand – wenigstens für die meisten von euch – darin, dass ihr euer Leben lebt, wie ihr es wollt und es euch dabei gut geht.

Jetzt ist da ein Kind, sind da mehrere Kinder, das euch braucht/die euch brauchen. Rund um die Uhr. 24 Stunden, 7 Tage die Woche, 52 Wochen im Jahr. Denen es erst einmal ziemlich egal ist, ob ihr eine anstrengende Woche im Büro hattet, ob die Wäsche gewaschen werden muss, das Essen kochen auch Zeit benötigt. Die euch und eure Aufmerksamkeit JETZT wollen – ob euch das passt oder nicht.

Kinder und Arbeitgeber – die Unterschiede sind nicht groß

Leider teilen kleine Kinder diese Eigenschaften mit vielen Arbeitgebern. Sie sind beide egoistisch. Sie sind ungeduldig. Sie teilen nicht gern.

Bei den Arbeitgebern habe ich jedoch noch Hoffnung.

Und hier liegt der große Fehler, den vor allem Mütter häufig machen. Sorry Mädels, aber ist so: Gebt es auf, es immer allen Recht machen zu wollen. Ihr könnt nicht auf jeder Hochzeit tanzen! Auch euer Tag hat nur 24 Stunden. Und er ist voller geworden!

Erinnert ihr euch noch an die Zeit bevor ihr Mutter wurdet? Ist schwer, ich weiß, aber denkt doch mal nach: Auch da gab es schon Zeiten, in denen ihr (zu) viel um die Ohren hattet. In denen ihr euch gestresst gefühlt habt. Und jetzt wollt ihr das gleiche Pensum schaffen plus Kinder? Vergesst es.

Zusammen ist man weniger allein

Die (fast) wichtigste Zutat für eine gut funktionierende Vereinbarkeit bei uns: Kaffee und Schokolade!

Die (fast) wichtigste Zutat für eine gut funktionierende Vereinbarkeit bei uns: Kaffee und Schokolade!

Vereinbarkeit kann nicht funktionieren, wenn nur eine/r sich darum kümmert: Vereinbarkeit ist so ein Team-Ding. Das erste Team bilden im Idealfall die Eltern. Ich kann euch gar nicht sagen, wie mir der Hals schwillt, wenn ich im Netz bei Tipps zum Stressvermeidung von Müttern lese „Vielleicht kann der Papa die nächste Windel wechseln …“ Vielleicht? VIELLEICHT?!?!

Aber ganz sicher kann er das! Außerdem kann er die Kids bespaßen, während Mama essen kocht (oder er kocht, während Mama die Kids bespaßt). Er kann die Waschmaschine befüllen bzw. die Wäsche aufhängen, den Einkauf erledigen und viele Dinge mehr.

Ich glaub daran: Männer können das. Besser noch: Ich weiß es! Allerdings muss man (= ihre Frauen) sie auch lassen und es zulassen, dass sie Dinge auf ihre Weise machen. Vielleicht gibt es dann eine andere Sorte Käse. Oder die Spülmaschine ist anders eingeräumt oder was weiß ich. Aber ganz ehrlich: Die Entlastung ist es wert.

Vereinbarkeit – da steckt so viel mehr drin

Aber auch zwei sind zu wenig, wenn es um Beruf und Familie geht. Ihr habt sicher alle irgendwo die „Babyjahre“ von Remo Largo rumstehen und kennt das afrikanische Zitat daraus, dass es zum Großkriegen eines Kindes eines ganzen Dorfes bedürfe.

Nun wohnen wir alle nicht in Afrika und unsere Strukturen, dörflich oder nicht, sind komplett anders. Aber es steckt in dem Sprichwort dennoch ein Fünkchen Wahrheit drin, besonders für berufstätige Eltern. Man kann es drehen und wenden, aber es bleibt dabei: Wir schaffen das nicht allein!

Vereint für die Vereinbarkeit

Béa Beste hat es super zusammengefasst in ihrem Artikel „I put the ‘vereint‘ in ‘Vereinbarkeit‘„. Es mag uns, die wir gewöhnt sind, immer alles alleine auf die Reihe zu bekommen, vielleicht erst einmal komisch vorkommen, um Hilfe zu bitten. Aber wenn man erst einmal über seinen Schatten gesprungen ist, passieren ganz schnell zwei Dinge: Zum einen erfährt man ganz schnell, dass man mit dem Spagat zwischen den verschiedenen Stühlen nicht alleine ist. Zum anderen kann man, wenn es ein System von Gegenseitigkeit ist, schnell zu einer echten dauerhaften Entlastung werden. Einhalb ist mit ihren fünf Jahren z. B. inzwischen in einem Alter, in dem sie super mit ihren Freundinnen spielt und Erwachsene nur noch braucht, um Getränke anzureichen oder Malwasser aufzuwischen. Das gibt uns wiederum Zeit, z. B. das Abendessen vorzubereiten oder eben noch eine dienstliche Mail zu schreiben, für die im Büro nicht mehr die Zeit reichte.

Vereinbarungen ermöglichen Vereinbarkeit

Erinnert ihr euch noch an die Analogie zwischen kleinen Kindern und Arbeitgebern? Nun, beide kommen sehr gut mit eindeutigen Abstimmungen und Regeln klar. Beide motzen und meckern vielleicht ein wenig, hoffentlich die Kinder offensichtlicher als die Arbeitgeber, aber es klappt. Und zwar sowohl für die Arbeitgeber von Müttern als auch für die von Vätern.

Wo steht Vereinbarkeit im Jahr 2016?

Nun, machen wir uns nix vor: Leider noch nicht da, wo ich sie persönlich gerne hätte. Der politische Fokus liegt für mich immer noch zu sehr darauf, Eltern schnell wieder in einen steuerlich relevanten bezahlten Beruf zu bringen.

Aber ich bin optimistisch gestimmt. Jede Familie, die einen etwas anderen Weg geht, jeder Vater, der länger als zwei Monate Elternzeit nimmt (ich bin sehr gespannt, was das Elterngeld Plus hier noch bewegt), jeder Arbeitnehmer, der seine Chefs überzeugt, das berufstätige Eltern (in Teilzeit) nicht nur nerven – sie alle verwandeln den Traum von Vereinbarkeit jeden Tag, jede Woche und jeden Monat etwas mehr in die Realität.

Denn die Frage darf doch 2016 nicht mehr wirklich lauten: Beruf oder Familie. Vielmehr muss es möglich sein, dass Familie als etwas Bereicherndes gesehen wird: Für die Privatperson, als auch für die Arbeitgeber und die Gesellschaft als solche. Ja, darunter mache ich es heute nicht.

Sorry.

 

So, und nach diesem arg pathetischen Schlusswort bin ich sehr gespannt: Habt ihr eines der genannten Bücher gelesen? Falls ja: Sind sie so schlimm wie ihre Titel vermuten lassen, oder soll ich mich doch dranwagen? Wo seht ihr die Vereinbarkeit 2016? Und was wäre euer Wunsch, um sie zu verbessern?

8 comments on “Vereinbarkeit – was soll das eigentlich sein?”

  1. Pingback: Dümmliche Tipps, Dämlichkeit und Dörfer - Halbe Sachen

  2. Kathrin Antworten

    Liebe Jette,

    nachdem ich mich jetzt durch den Blog gelesen habe, war es dieser Artikel an dem ich hängen blieb. Zum einen freue ich mich, dass wir mit unserem Familienmodell nicht so alleine sind, wie es manchmal den Anschein hat. Auch wir haben uns die Elternzeit unserer Tochter nahezu halbe/halbe geteilt und arbeiten nun beide in Teilzeit jeweils 30h. Einer der Punkte, die mir in diesem Zusammenhang am meisten zu schaffen macht, ist das Gefühl der Vereinsamung. Mir fehlt es an Gleichgesinnten. Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwer ist insbesondere andere Mütter zu finden, die ähnliche Probleme haben und mit denen man sich austauschen kann – ohne Vorwürfe und Stigmata.
    Aber zu Deiner Frage: ich habe die „Alles ist möglich Lüge“ gelesen und fand sie ehrlicher Weise ziemlich gut – auch wenn mir der Lösungsansatz zu kurz gegriffen ist. Ich kann nicht warten bis Politik/Wirtschaft oder sonst wer aus dem Quark gekommen ist. Ich brauche Vereinbarkeit jetzt. Eine ganz wichtige Lektion habe ich jedoch mitgenommen: es ist zwecklos alles und alles in gleich gut zu wollen. Ist ja auch irgendwie logisch. Du hast das so schön in Deinem Beitrag geschrieben: nicht mal früher ohne Kind hat das immer so einwandfrei geklappt. Trotzdem versuche ich es viel zu oft. Und ärgere mich über mein eigenes Scheitern. Es fällt mir leichter mit diesen „Fehlbarkeiten“ umzugehen, seit ich mir einfach sagen es geht gar nicht. Seit dem kann ich mich an vielen Stellen besser entspannen und sagen, so gut es eben geht und das ist dann auch gut genug. Ebenfalls ein ziemlich guter Gedanke aus dem Buch ist „das Leben in Wellen“. Auch wenn mir die Wellen ein bisschen groß gefasst sind. Gemeint ist damit (zumindest soweit ich es verstanden habe), dass es im Leben eben unterschiedliche Phasen gibt in denen man sehr verschiedene Schwerpunkte setzt. Bei mir finden diese Wellen jedoch nicht in Jahren sondern oft wochenweise statt. Manchmal steht mein berufliches Vorankommen im Fokus, manchmal meine Familie und ganz selten auch mal ich . Ich habe das Buch als eine echte Beruhigung empfunden für all jene Frauen, die sich oft sehr im Hamsterrad fühlen und sich fragen, warum das alle anderen offensichtlich mühelos hinbekommen nur man selbst ist stets am Rande der Erschöpfung. Aber das Buch bietet wenig Lösungsansätze sondern ist eher eine Bestandsaufnahme der Ist-Situation. Hilfreicher für den Versuch der Vereinbarkeit fand ich „Papa kann auch stillen“, dass durchaus den ein oder anderen sehr pragmatischen Tipp für ein 50:50 Familienkonzept hat.

    Liebe Grüße, Kathrin

    • Jette Antworten

      Liebe Kathrin,
      bitte entschuldige die späte Antwort (WordPress zeigt uns aktuell keine neuen Kommentare an, etwas beschwerlich). Danke für die lieben Worte. Ja, ich staune auch immer wieder und kenne das Gefühl den Austausch mit Gleichgesinnten zu vermissen. Das ist mit ein Grund für diesen Blog gewesen – und was soll ich sagen: Es funktioniert. Neulich hat eine gute Bekannte mir gesagt: Ich arbeite eigentlich echt gern und mache das selber immer so klein. Nein, eigentlich muss ich nicht arbeiten – ich WILL. Was habe ich mich gefreut.
      Und die Wellen kenne ich sowohl mit langfristigerer Perspektive als auch mit der kurzen.
      Dir viel Erfolg bei der Vereinbarkeit, mit den anderen Müttern.
      Liebe Grüße
      Jette

  3. Pingback: "War was...?" im Januar 2016 - Mami Anders

  4. Ulf Moritz Antworten

    Liebe Jette,
    Dein „arg pathetischen Schlusswort“ gibt mir doch zu denken. Wenn es auch richtig ist, dass sich in dieser Gesellschaft seit der „Mutterschaft“ Deiner Mutter vieles zum Besseren verändert hat, so sehe ich in der Arbeitswelt nicht, dass Familie als Bereicherung gesehen wird. Stimmt, dass es Betriebskindergärten gibt. Stimmt, dass sich Arbeitgeber, die qualifizierte Fachkräfte brauchen, verstärkt damit arangieren, die Belange von Familien zu berücksichtigen. Weil sie sonst keine qualifizierten MitarbeiterInnen bekommen.
    Stimmt aber aber auch, dass dies vor allem die gut qualifizierten Menschen betrifft. Gestern gab es im Regionalfernsehen „buten und binnen“ einen Bericht über die Schuhfabrik Lloyd in Sulingen. Ganz viel Rationalisierung. Das Oberleder lassen sie inzwischen in Rumänien nähen und sind stolz darauf, dass das Zusammenfügen von Oberteil und Sohle noch im Stammwerk in Deutschland passiert. Tolle Maschinen werden gezeigt und zum Schluss zwei Frauen, die die Schnürsenkel von Hand einziehen. Dazu der Kommentar: „Da gibt es noch keine Maschine, die das schneller kann!“ Traurig, denn eigentlich sollte das eine Anerkennung für die Geschicklichkeit der Frauen sein, war aber ein Hinweis darauf, was von Handarbeit noch übrig geblieben ist. Und bei diesen Arbitsplätzen wie auch bei denen, an denen Frauen der Maschine das Leder anreichen, findet keine Anerkennung der Familie statt. Da ist der Mensch die Ergänzung der Maschine im Produktionsprozess – und hat zu funktionieren.
    Es ist noch ein langer Weg, bis Arbeit und Familienleben sich gegenseitig als Teil eines ganzen Lebens respektieren. Aber immerhin sind wir auf dem Weg 😉
    Liebe Gruß
    Ulf

    • Jette Antworten

      Genau, wir sind auf dem Weg! Und vielleicht (ziemlich sicher) bin ich da etwas blauäugig: Aber ich habe große Hoffnung, dass meine Generation wenigstens bei der Gleichberechtigung einen großen Schritt weiterkommt. Ihr habt ja teilweise mit diesem Weg schon begonnen. Leider zu einem zu kleinen Teil, denn ihr seid grad die an den entschiedenen Stellen in den Unternehmen. Ich bin sehr gespannt, in was für einer Umgebung meine Töchter eines Tages arbeiten werden.
      Liebe Grüße
      Jette

  5. Katja Antworten

    Ein gutes neues Jahr, euch Lieben! Guter Vorsatz für 2016: Euch alle endlich mal wiederzusehen! 🙂

    Ich habe mich an die o. g. Bücher auch nicht rangewagt und selbst die Leseprobe der „Alles-ist-möglich-Lüge“ habe ich ungelesen weggeworfen. 😉

    Zum Thema Vereinbarkeit: Unsere berufliche Situation – der weltbeste Papa fest angestellt, ich zu Hause freiberuflich tätig – führt meist ganz automatisch dazu, dass ich auch mehr Hausarbeit übernehme. Während also bspw. ein Projekt durch den Drucker rattert, befülle ich die Waschmaschine, während ich mir einen Kaffee koche, räume ich die Spülmaschine aus etc. Ich hole den Kleinen auch nachmittags ab und bespaße ihn – allerdings nicht immer im klassischen Sinne, sondern manchmal einfach auch mit Einkaufen oder Wäschesortieren (ja, noch hat er Spaß daran). Der Papa bringt den Kleinen morgens in den Kindergarten, übernimmt die Bespaßung des Kleinen nach Feierabend und macht ihn bettfertig. Am Wochenende teilen wir uns auf. Und inzwischen spielt der Kleine auch schon mal alleine bei Freunden oder hat Freunde zu Besuch – mit den von dir genannten positiven Effekten für die eigene Ruhe.

    Mein Mann hat zudem mit seinen beiden Vorgesetzten ziemlich viel Glück, was Arbeiten von zu Hause oder Spontanurlaub betrifft, wenn der Kleine z. B. krank ist. Wenn der Kindergarten geschlossen ist, teilen wir uns ebenfalls auf.

    Zum Thema Vereinbarkeit: Steuern sind für mich ein wichtiges Thema: Ich arbeite hart für mich, einen Beitrag zur Familienkasse und meine Altersvorsorge. Zumindest in der Theorie. De facto habe ich das Gefühl, nur fürs Finanzamt zu arbeiten. Das Ehegattensplitting macht das nicht besser, insbesondere im Moment, da ich immer noch deutlich weniger verdiene als mein Mann und mit der schlechten Steuerklasse V leben muss. Natürlich profitieren wir irgendwie auch davon, da bei ihm mehr hängen bleibt, aber je mehr ich verdiene, desto frustrierender wird es. Noch lohnt sich aber der Wechsel zur IV nicht (mein wunderbarer Steuerberater hat das zum Glück für uns im Blick).

    Und auch die Einstellung mancher Leute könnte sich mal ändern: Gehe ich aus, werde ich gefragt, ob der Mann babysittet. Nein, tut er nicht, wir haben ein eigenes Kind, mit dem er seine Zeit verbringt. Und bleibt der Mann spontan zu Hause, weil der Kleine krank ist, ist sein Job nicht direkt in Gefahr (im Gegensatz zu meiner Auftragslage). Das kann er sich sogar in seiner Leitungsfunktion leisten. Und nein, das Kind und der Haushalt verlottern nicht, wenn ich mal über Nacht zu einer Freundin fahre. Alles easy!

    Liebe Grüße vom Rhein
    Katja

    • Jette Antworten

      Liebe Katja,
      es wäre toll, Dich mal wieder zu sehen. Oh ja, das Thema Altersvorsorge wird in diesem Blog sicherlich auch noch mal ausführlicher beleuchtet werden. Das treibt mich auch immer wieder um. Meistens versuche ich es zu verdrängen (zum Leidwesen meines Finanzberaters). 😉 Daher gefällt mir besonders der Satz: „da ich immer NOCH deutlicher weniger verdiene …“. Ich drücke die Daumen, dass die Auftragslage dieses Jahr großartig ist und trotzdem Zeit für einen Kaffee bleibt.

      Liebe Grüße
      Jette

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