Projekt Lifelist – Das erste Lebensjahr

Wir haben schon ganz am Anfang des Blogs mal von dem Eltern-Paradoxon und dem Projekt Lifelist erzählt. Einer Idee, mit der man bewusst Momente schaffen kann, um den Alltag schöner zu gestalten und unvergessliche Erinnerungen zu sammeln. Vor Kurzem war ich auf meiner ersten Babyshower. In einer für mich inzwischen ganz ungewohnten Konstellation: Neben der Mutter der werdenden Mutter war ich die Einzige, die bereits Kinder hat. Somit war ich auch die Einzige, die über Babyerfahrung jünger als fünf Jahre verfügte. Natürlich sprachen wir viel über die unterschiedlichen Erwartungen, meine Erfahrungen und darüber, wie das Leben mit Baby so ist.
Eine Babyshower ist eine tolle Gelegenheit eine Lifelist zu starten.

Eine Babyshower ist eine tolle Gelegenheit eine Lifelist zu starten.

Also nahmen Olli und ich die Babyshower als Anlass, um zu überlegen, was für uns die schönsten, wichtigsten und erinnerungswürdigen Momente im jeweils ersten Lebensjahr unser beiden Töchter waren.
Ich halte nicht viel von Verallgemeinerung, denn jede Frau, jeder Mann, jedes Paar und erst recht jedes Kind ist anders. Dass wir alle unsere eigenen Wege gehen (müssen) ohne Patentrezepte, macht es häufig anstrengend und mühsam. Aber manche Dinge sind zum Glück ähnlich und man kann sie sich sehr wohl bei anderen abgucken. (Andere Dinge lassen dich schwören, dass du es so ganz sicher nie machen möchtest – aber das ist ja auch was wert.)
Also, was war uns denn jetzt besonders wichtig? Hier kommen unsere Top 5:

Kuschelzeit

Kuscheln gehört auf jede Lifelist - immer und für alle.

Kuscheln gehört auf jede Lifelist – immer und für alle.

Das ist der aller-aller-aller wichtigste Tipp, den wir unserer Meinung nach vergeben können: In den ersten Wochen machen Babys ja meistens noch nicht so viel. Nutzt die Zeit und kuschelt, was das Zeug hält. In meiner Erinnerung besteht mein Wochenbett mit Einhalb aus Stillen, Kuscheln, Schlafen und Lesen. Faktisch weiß ich von durchwachten Nächte und wunden Brustwarzen. Aber wirklich wichtig ist das schon lange nicht mehr. Zum einen ist das Kuscheln super für Babys Urvertrauen – und zum anderen für euch: Gemeinsame Kuschelzeit hilft auch dabei, eure Batterien wieder aufzufüllen. Nutzt also euer kleines Ladegerät, es wird euch allen gut tun.

Schafft Eindruck, der Abdruck

Gleich nach der Geburt staunt man, wie so viel Mensch in einen Bauch gepasst hat. Aber schon wenige Monate später kann man es nicht glauben, wie klein dieser wunderbare Mensch noch vor gar nicht langer Zeit war. Als ich das erste Mal in einem Stillcafé saß, war Einhalb mit ihren fünf Wochen etwa halb so alt wie die anderen Säuglinge. Die Reaktion der anderen Mütter: „Ach, das kann man sich gar nicht mehr vorstellen, dass die mal so klein waren.“ Damals fand ich das unglaublich überheblich. Heute jedoch kann ich es verstehen.

„Sie werden so schnell groß“, gehört für fast alle von uns Eltern zum Repertoire der Sätze, die wir niemals sagen wollten. Und die wir früher oder später alle so oder so ähnlich sagen. 


Babyklamotten sind ein ganz guter Indikator dafür, wie klein die Mäuse waren. Aber nichts geht über einen Abdruck von diesen winzig kleinen Händen und Füßen. Dabei ist es ziemlich egal, ob ihr Fingerfarbe, Babystempel, Salzteig oder Gips nutzt. Euer Kind findet das später übrigens ganz faszinierend.

Bilder-Reihe

Was waren wir stolz auf unsere wunderhübschen Babys. Und bei Einhalb haben wir jeden Moment fotographisch festgehalten. Es gibt von ihr Bilder beim Schlafen im Stubenwagen, Schlafen in der Wiege, Schlafen im Familienbett, Schlafen auf Mama, Schlafen auf Papa, Schlafen im Autositz. Merkt ihr was? Das sind nur die Bilder aus dem Themenkomplex „Schlafen“. Ausflüge, Reisen, Essen, Krabbeln und, und, und… sind da überhaupt noch gar nicht drin.

Weil wir beide kleine Geschwister haben, die sich noch heute über die geringe Anzahl von Bildern aus ihrer Kindheit beschweren, war es mein fester Entschluss, das bei Zweihalb besser zu machen. Aber es kam, wie es kommen musste: Häufig hatten wir keine Lust, zu dem ganzen Kinderkram auch noch die große Kamera mitzuschleppen. Und um beim Beispiel zu bleiben: Wenn die Kleine geschlafen hat, haben wir uns um die Große gekümmert.

Eine Bilder-Reihe macht Wachstum sichtbar.

Eine Bilder-Reihe macht Wachstum sichtbar.

Umso glücklicher sind wir darum, dass wir wirklich von Geburt an in jedem Monat – immer an ihrem „Geburtstag“ – ein Bild mit ihrem Kuscheltier gemacht haben. So hatten wir nach dem ersten Jahr eine Reihe von zwölf Bildern mit wachsendem Kind und „schrumpfendem“ Schäfchen. Solch eine Bilder-Reihe ist eine tolle Möglichkeit, sich noch einmal das ganze Jahr und die Fortschritte zu verdeutlichen.

Premieren-Fieber

Das gesamte erste Lebensjahr ist für euer Kind voller Premieren: Das erste Mal lachen, das erste Mal baden, das erste Mal das Meer sehen, das erste Mal spazieren gehen, eine Zitrone essen und, und, und… 
Überlegt euch einige solche Momenten und inszeniert sie ganz bewusst. Das soll jetzt nicht heißen, dass ihr Einladungskarten verschicken und den professionellen Fotografen buchen sollt. Vielmehr ist es eine Aufforderung an euch: Haltet euch vor Augen, was dieser kleine Mensch in dem ersten Jahr eigentlich alles schafft und macht. Dann könnt ihr diese Momente ganz bewusst erleben – und damit viele von diesen tollen (Foto-)Büchern füllen, um sie für immer festzuhalten.

Esst, solange ihr könnt

Dieser Ratschlag klingt selbst für mich aus heutiger Sicht etwas vermessen. Aber als Einhalb ein paar Wochen alt war, saßen wir im Restaurant und ich dachte mir: Was haben die denn alle – ausgehen mit Kind geht doch wunderbar. Von diesem Ross kam ich aber auch relativ schnell wieder runter. Alles änderte sich nämlich, als Einhalb mehr von ihrer Umgebung mitbekam, neugieriger wurde, schlechter abschaltete und stärker auf Einschlafritualen bestand. Dann kam Zweihalb, die von Anfang an zum Schlafen auf Dunkelheit und Ruhe bestand. Also liebe Bald- und Neu-Eltern: Geht Essen solange Euer Baby euch lässt.

Oder um es nochmals deutlicher zu sagen: Nutzt die Zeit, um langsam in eurer Elternrolle anzukommen. Ein Kind ändert schon genug fast alles im Leben, aber eben nicht unbedingt sofort.

 

Das sind unsere 5 Top-Tipps für die Lifelist zu Babys erstem Lebensjahr. Habt ihr noch weitere? Dann freuen wir uns, wenn ihr sie für andere werdende oder Neu-Eltern in die Kommentare schreibt. Mehr Halbe Sachen findet ihr übrigens auch auf Facebook und Twitter.

 

3 comments on “Lifelist – Babys erstes Lebensjahr”

    • Jette Antworten

      Na, das kennst Du nicht?!? 😉 Die „Babyshower“ kommt aus den USA (woher sonst?) und ist eine (meistens reine Mädels-)Party vor der Geburt des Kindes. Mit mehr oder minder albernen Spielen und vielen Geschenken. In Amerika wird so auch schon ganz viel Erstausstattung geschenkt. So mit Listen im Kaufhaus – analog dem Hochzeitstisch. Eigentlich gar nicht sooo ’ne doofe Idee, statt des 23. Kuscheltiers nach der Geburt, oder?
      Unsere Version war vor allem ein lustiges Beinandersitzen in Baby-Dekoration (s. Bild), Kuchen essen, Film schauen und viel Spaß haben.

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