Der Liebster Award landet bei Halbe Sachen

Oft ist mir das Emblem auf Blogs aufgefallen, nie habe ich verstanden, was das ist, bzw. wer den verleiht. Bis die liebe Sophie selbst nominiert wurde und es erklärte. Ich habe es so verstanden: Der Liebster Award ist ein Wanderpokal, den ein (Neu-) Blogger nach erfolgreicher „Bearbeitung“ weitergibt. Aber genau wie bei den Schätzen in Bellatrix Lestranges Verließ bei Gringotts werden aus einem Liebster Award bei der Weitergabe ganz viele Awards.

Oder ganz offiziell:

Bedanke dich bei dem netten Blogger, der dich nominiert hat und verlinke auf ihn. Beantworte seine elf Fragen auf deinem Blog, setze das Award-Logo ein und setze den Link zu deinem Beitrag als Kommentar unter seinen Beitrag. Verfasse elf neue Fragen, nominiere fünf bis elf Blogs und informiere die Blogger über ihre Nominierung. Hoffe das Beste.liebster Award

Nun, Sophie vom Blog kinderhaben.de hat – unter anderem – uns nominiert. Und sich ziemlich gute Fragen ausgedacht. Wir haben lange gebraucht, um sie zu beantworten. Aber jetzt ist es soweit: Elf Dinge die ihr über uns und die Halben Sachen schon immer wissen wolltet. Auch wenn ihr es bis heute vielleicht noch nicht wusstet.

Verteile Prozentpunkte und mach die 100 voll:

Zu wie viel Prozent entspricht dein Blog:

Jette:

a) Tagebuch 0 %

b) Selbstdarstellung 20 %

c) Gesellschaftskritik 40 %

d) Sonstiges (bitte erläutern) 40 % Mutmach- und Support-Blog für alle, die sich an neuen Familienmodellen versuchen, Verständnis-Blog für Kinderlose oder „Klassiker“

Olli:

a) Tagebuch 20  %

b) Selbstdarstellung 40 %

c) Gesellschaftskritik 40 %

d) Sonstiges 0 %

Seien wir ehrlich: In einem Blog geht es meiner Meinung nach um Selbstdarstellung. Es beschreibt die persönlichen Erlebnisse am besten. Die Blogs, die ich gerne mag, erzählen aus ihrem Leben und das ist gut so.

Gesellschaftskritik ist auch ein wichtiger Punkt. Bei uns geht es ja um die Vereinbarkeit von Beruf und Elternsein, da bleibt Kritik leider nicht aus. Themen wie qualitativ hochwertige, aber zeitlich flexible Kinderbetreuung werden aus einem praktischen Bedürfnis plötzlich zu einem Politikum. Wer sich mit dem Thema Elternzeit und Väter beschäftigt, kommt immer auch an den Punkt, dass einige Väter nicht in Elternzeit gehen, weil sie mehr verdienen. Plötzlich beschäftigt man sich also mit dem Thema, warum Frauen eigentlich weniger verdienen.

Schon mal einen Troll gehabt? Was hast du da gemacht?

Jette:

Nein, aber wenn, dann würde ich gerne so reagieren können wie das Social Media Team von der Welt. Bild von „Der Welt Praktikant“ raussuchen. Oder wenigstens so viel Größe besitzen, wie damals Mareice aus dem Kaiserinnenreich, die auf „genehmigen“ klickte, als ein Troll ihre schwerbehinderte Tochter aufs Widerlichste beschimpfte (Ich werde das hier nicht verlinken – aber das kaiserinnenreich.de sei trotzdem jedem Leser empfohlen).

Welt Praktikant3Olli:

Einen Troll hatten wir noch nicht. Es gab aber noch vor dem Start unseres Blogs eine Begebenheit, da hatte sich jemand nach einer realen Begegnung auf einem Fest übelst in einer Facebook-Gruppe über uns und unsere Kinder beschwert, wusste aber nicht, wer wir sind. Das war schon eine Herausforderung. Soll man darauf reagieren? Und wenn ja, wie? Wir haben es damals einfach ignoriert.

Wir diskutieren schon darüber, wie wir uns öffentlich präsentieren und damit in gewissem Maße auch angreifbar sind. Ich persönlich bin immer wieder erstaunt, wie heftig die Attacken z.B. auf Facebook bei Ruthe, dem Postillion oder auch dem Account der Bundesregierung sind. Auch auf einem kleinen Blog kann ich auf so etwas gerne verzichten. Da unsere Themen aber kontrovers sind, wird sich dies voraussichtlich nicht vermeiden lassen. Vielleicht habt Ihr hier einen Tipp für uns?

Quantität oder Qualität: Suchst du viele Leser/innen oder die richtigen? Wie sieht die Leserin aus, die zu dir passt?

Jette:

Na, zuallererst hoffe ich mal, dass es genauso viele Leser wie Leserinnen werden (aktuell sind etwa zwei Drittel weiblich). Denn die Frauen wissen häufig aus eigener Erfahrung, wie gut oder schlecht Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Deutschland klappt. Ich denke, die Männer müssen sich hier noch mehr aus ihren tradierten Rollen bewegen.

Es wäre toll, wenn die Halben Sachen nur einem Vater zeigen, dass es sich lohnt, sich aktiv mit einzubringen. Wenn durch das Blog nur eine (kinderlose) Frau eine arbeitende Mutter besser versteht. Oder wenn aufgrund der hier gesammelten Beispiele nur ein Paar sich dazu entschließt, die Aufgaben etwas gleichmäßiger zu verteilen.

Also: Vermutlich sind mir die richtigen Leser wichtiger als viele. Aber natürlich wäre es nicht wirklich ehrlich, wenn ich sage, dass es mich völlig kalt ließe, ob fünf oder 5.000 Leute einen Artikel lesen.

Olli:

Viele Leser schmeicheln. Es ist schon ein tolles Gefühl, wenn ein Artikel zigtausend Mal angeklickt wird und man an der durchschnittlichen Verweildauer sieht, dass die Besucher ihn auch wirklich lesen. Aber ganz im Ernst, das war ein Hit, der wohl vorerst schwer zu wiederholen ist.

Uns ist aufgefallen, dass unsere Stammleser viel intensiver lesen und sich auch rechts und links umschauen. Sind zwar noch nicht so viele aber gibt einem auch ein gutes, fast nachhaltiges Gefühl.

Bist du immer ehrlich oder erfindest du manchmal etwas (dazu)?

Jette:

Bewusst dazu erfunden habe ich noch nie etwas. Aber nicht alle Beispiele habe ich/haben wir so erlebt. Häufig wurden sie uns auch von Freunden oder Kollegen berichtet. Außerdem behalte ich mir die schriftstellerische Freiheit vor, Dinge überspitzt und/oder verkürzt wiederzugeben. Schließlich soll das Blog ja auch Spaß machen – den Lesern und mir.

Olli:

Nee, das ist unser Blog, hier muss ich nicht auf dicke Hose machen, keine Erwartungen oder Quoten erfüllen. Es gibt keinen Auftraggeber, keinen Chef, keinen Redakteur. Das sind einfach nur wir. Als Kind hab ich das manchmal gemacht um „cooler“ zu sein. Das muss ich hier nicht.

Macht Social Media dir wirklich Spaß oder ist es mehr Mittel zum Zweck?

Jette:

Ganz klar – ich bin die Social-Media-Beauftragte bei uns und behalte unsere Twitter– und Facebook-Seite im Blick. Mir macht es wirklich Spaß. Wir stehen ja noch ganz am Anfang, aber ich finde es spannend, zu sehen, wie sich Dinge entwickeln. Außerdem mag ich das Feedback und den Austausch.

Olli:

Wir schreiben unsere Geschichten über unsere Erfahrungen und Meinungen. Und wollen anderen Mut machen, einen ähnlichen Weg zu gehen. Persönlich ist mir das genug. Wenn es jemandem gefällt, finde ich das toll. Eine Social-Media-Strategie verfolge ich nicht und das ist mir auch zu anstrengend. Ich bin froh, wenn Artikel online sind. Den Rest macht Jette.

Deine Lieblingsfarbe?

Jette:

Oh je, ich glaube, das bin ich seit 20 Jahren nicht mehr gefragt worden. Ich würde sagen: Die konstante Lieblingsfarbe ist Rot, insbesondere bei Schuhen. Die Lieblingsmodefarbe ist aktuell Petrol.

Olli:

18-prozentiges Grau.

Was war das bisher kontroverseste Thema in deinem Blog?

Beide:

Wirklich kontrovers war bisher wenig. Das meiste Feedback gab es – über alle Kanäle hinweg – auf die „nervenden Mütter“. Der Text hat offensichtlich einen Nerv getroffen und viele Mütter haben ihre Erfahrungen geteilt. Leider gab es wenig „Einspruch“ von Männern oder (kinderlosen) Kollegen von teilzeitarbeitenden Eltern.

Hast du Blogs gelesen, bevor du selbst mit dem Bloggen angefangen hast? Wer oder was hat dich inspiriert (oder auch nicht)?

Jette:

Ja, berufsbedingt habe ich viele Blogs gelesen, vor allem aus dem Familienbereich. Immer wieder hat es mich in den Fingern gejuckt – aber für Bastelanleitungen und Kochrezepte bin ich nicht die Richtige. Aber Vereinbarkeit, das kann ich! Allerdings kann ich das auch nur, weil wir zu zweit sind. Und das soll das Blog auch zeigen: Vereinbarkeit ist immer Teamwork. Eine große Inspiration waren daher Andrea von meworkingmom.com oder auch Alu und Konsti von grossekoepfe.blogspot.de

Olli:

Eigentlich nicht. Ich konnte mir aber gut vorstellen, eine Art Online-Tagebuch mit den Erfahrungen der Elternzeit zu führen. Ich hatte ja schon beim ersten Kind immer wieder die Erfahrung gemacht, ein Exot zu sein. Das finde ich auch okay so und denke, es sollte mehr davon geben. Ich hab eigentlich immer von einem Daddy-Stammtisch geträumt. Wenn es einen Blog gibt, den ich mag, dann ichbindeinvater.de. Im Bereich Fotografie lese ich gern: neunzehn72.de

Kannst du schon vorher abschätzen, welcher Artikel bei den Lesern einschlagen wird? Welcher Erfolg hat dich überrascht?

Jette:

Nein. Völlig überrannt wurden wir vom Erfolg der nervenden Mütter. Ich hatte zwar über das Pingback gesehen, dass das Müttermagazin auf uns verlinkt hatte (bis heute wüsste ich gern, wie die so schnell auf uns gekommen sind), aber habe im Büro überhaupt nicht darüber nachgedacht, was das heißt. Als dann innerhalb von 2 Stunden über 4.000 Leute den Artikel gesehen hatten, dachte ich im ersten Moment: „da ist was kaputt“ – und das war erst der Anfang.

Olli:

Keine Ahnung, aber als Jette mir ihren Artikel „Warum berufstätige Mütter nerven“ zum Lesen gab, musste ich Tränen lachen. Ich hatte einen Riesenspaß. Jette war sich selbst eher unsicher.

Was hältst du von Werbe-Kooperationen in Blogs? Planst du selbst welche?

Jette:

Hmm, schwieriges Thema und ganz unterschiedlich: Bei Food-Bloggern stört es mich nicht wirklich. Fashion, Interieur und Beauty lese ich kaum. Das liegt aber auch daran, dass es mir da viel zu viel Werbung ist. Dass chice Klamotten und teure Vasen nicht alltagstauglich für ein Leben mit kleinen Kindern sind und mir die Zeit für aufwändige Make-ups fehlt, könnte damit allerdings auch ein klitzekleines bisschen zusammenhängen.

Bei den Familienblogs, muss ich gestehen, habe ich einige aufgehört zu lesen, weil ich zwischen den ganzen Kooperationen die echten, persönlichen Beiträge nicht mehr gefunden habe.

Für uns wird Bloggen immer nur ein Hobby sein. Ich möchte nie über Dinge schreiben, die nicht zu uns oder zu unserem Blog passen. Allerdings haben wir tatsächlich vor Kurzem die erste Kooperation angenommen – einfach, weil uns das Thema reizte. Ihr findet sie bald hier, aber mehr wird noch nicht verraten.

Olli:

Ich finde Kooperationen okay, solange diese deutlich gekennzeichnet sind und sich die Auftraggeber nicht einmischen und den Autoren freie Hand lassen. Egal wie es für sie ausgeht. Wenn es nicht authentisch ist, hilft das niemandem – nicht dem Blogger, nicht dem Auftraggeber und vor allem nicht dem Leser. Damit schließt sich ein Kreislauf, der dann eher nach unten zieht.

Ich mag wie gesagt den Blog von Paddy neunzehn72.de Natürlich geht er als Fotograph viele Koops ein, er lebt ja auch teilweise davon. Ich habe aber nie das Gefühl, dass er sich dabei verbiegt oder ich eine gefärbte Meinung zu einem Produkt bekomme. Ganz anders manche Blogs, die plötzlich über Windelhosen schreiben und ich denke der/die Blogger/in hat plötzlich das Hirn ausgeschaltet und jubiliert über irgendeinen Mist mit einer vollkommen anderen Schreibart und in einem vollkommen anderen Stil als sonstige Artikel. Ganz ehrlich, das braucht keiner und das möchte ich unseren Lesern so auch nicht antun.

Eine Botschaft: Was würdest du deinen Leser/innen gerne sagen?

Beide:

Wir freuen uns wahnsinnig über Jede und Jeden von euch! Wir wünschen uns in der Zukunft noch ganz viel Austausch und hoffen, dass es euch noch lange Spaß macht, unsere Texte zu lesen.

Soweit unsere Antworten.

Wir nominieren für den Liebster Award folgende Blogs:

Wir haben wirklich versucht – uns auf junge Blogs zu konzentrieren – wir würden uns freuen, wenn ihr Euch die Zeit nehmt und mitspielt. Wir sind gespannt auf Eure Antworten.

Nadja von mamaimspagat.de

Stephan von daddydahoam.com

Manuela von martamam.net – Sie ist zwar streng-genommen kein „junges“ Blog mehr (ihre kleinste Tochter ist jünger), aber wir haben sie erst vor Kurzem entdeckt. Plus: Sie ist vor nicht allzu langer Zeit wieder in den Job eingestiegen – das passt gut zu uns.

Daniel von daddycheck.net

Damit wir nicht verhungern, auch noch Hessenmädel Julia hessenmaedel.de

Und das Bücher-Kommunikations-irgendwasmitMedien Blog von Annett einfachannett.de

Unsere elf Fragen:

1. Fangen wir mit etwas Einfachem an: Hast Du Vorsätze fürs neue Jahr und magst Du uns einen davon verraten? Wenn Du keine hast – warum nicht?

2. Welchen Eltern-Klischee-Satz hast du zuletzt genutzt und war es dir peinlich? (Food- und PR-Blogger ersetzten Eltern-Klischees bitte durch Essens- und IrgendwasmitMedien-Klischees)

3. Welches ist Dein Lieblings-Morgen-Ritual?

4. Welches ist/war dein Lieblings-Kinder-Buch?

5. Inspiriert und ausgeliehen von Mama arbeitet mama-arbeitet.de: Welches unnütze Talent hast du?

6. Nutzt Du irgendwelche „Tools“ zum Bloggen oder für Social Media, wenn ja – welche?

7. Wenn Dein Blog ein Tier wäre – welches und warum?

8. Gehören Schreiben, Social Media und Co. auch zu deinem beruflichen Alltag? Falls ja – warum musst Du das noch nach Feierabend haben?

9. (a) Für die Eltern: Was wolltest Du immer anders machen als andere Eltern – und machst es jetzt genauso?

9. (b) Für die ohne Kinder: Was verwundert Euch am Verhalten von (jungen) Eltern am meisten?

10. Wie motivierst Du Dich zum Schreiben und Posten wenn es Dir mal nicht so leicht fällt?

11. Wo soll Dein Blog ende 2016 stehen?

8 comments on “Der Liebster Award landet bei Halbe Sachen”

  1. Pingback: Liebster Award: 11 Fragen an Sophie von kinderhaben.de

  2. Pingback: And the Oscar goes to … | EINFACHannett

  3. Nadja Antworten

    Liebe Jette, lieber Olli, auch ich freue mich sehr über eure Nominierung! Dankeschön :-). Mir ging es mit dem Entdecken meiner Nominierung wie DaddyD ;-). Bin aber sehr gerne dabei. Vlg, Nadja von Mama im Spagat

    • Jette Antworten

      Liebe Nadja, deshalb ist der Liebster-Award wohl für neue Blogs: Damit sie nebenbei noch ein wenig Technik lernen. Danke für den Hinweis – wir freuen uns auf Deine Antworten.

  4. DaddyD Antworten

    Hi, ich freue mich wirklich sehr über die erneute Nominierung und werde eure Fragen in Kürze auch beantworten 🙂
    Allerdings bin ich nur durch Zufall (über Google Analytics) auf eure Nominierung aufmerksam geworden. Am besten
    geht Ihr auf die einzelnen Blogs eurer Nominierungen und hinterlasst dort ein Kommentar mit einem Link zu eurem Artikel 🙂

    Beste Grüße
    DaddyD

    • Jette Antworten

      Oh vielen Dank – sollten wir mal wieder Nominierungen verteilen, wissen wir Bescheid. 😉

      Umso besser, dass Du es gefunden hast: Wir sind gespannt auf Deine Antworten.

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