PaarWillkommen bei Halbe Sachen – dem Blog von Jette und Olli, verheiratet, berufstätig mit zwei Kindern und in fast allen Dingen des Alltags gleichberechtigt.

Kind Einhalb kam 2010 in unsere Welt und hat uns gezeigt, wie viel bedingungslose Liebe in ein Herz passt, dass die Grenzen von Geduld und Kraft immer noch ein wenig weiter hinten liegen, als man vermutet hat und dass Schlaf ziemlich überbewertet ist. Heute hat Kind Einhalb ein bewundernswertes Selbstvertrauen und weiß genau, was sie will und was nicht. Damals war sie unsere Eintrittskarte in den Club der Eltern. In diesem Club haben wir neue Freunde gefunden. Wir haben über Bauchweh, Beikost und Beckenböden (Jette) diskutiert und auch schon mal verschwörerisch über Ratschläge von Nicht-Clubmitgliedern die Augen gerollt.

Trotz allem stellten wir verhältnismäßig schnell fest, dass andere Clubmitglieder unseren Weg mit Verwunderung oder gar hochgezogenen Augenbrauen betrachteten. Aber dazu gleich noch mehr.

Erst müssen wir noch Kind Zweihalb vorstellen: Sie komplettierte, vier Jahre, einen Job- und einen Ortswechsel später, unsere Familie. Von ihr lernten wir, dass viel mehr bedingungslose Liebe in ein Herz passt, dass Geduld und Kraft im Zweifelsfall noch weiter reichen und dass Schlafmangel eine Frage der Einstellung ist. Sie ist der größte Fan ihrer Schwester und wie diese mit einem starken Willen ausgestattet.

Es war für uns nie eine Diskussion, dass wir Rechte und Pflichten ebenso teilen wie Spaß und Zeit mit den Kindern.

In der neuen Umgebung, weniger großstädtisch als vorher, stieß unserer Weg noch offener auf Unverständnis. Dabei war es für uns nie eine große Diskussion, dass die Gleichberechtigung zwischen uns, die vor den Kindern unser Leben prägte, auch danach erhalten bleiben soll. Daher haben wir bei beiden Kindern die Elternzeit (fast) halbiert, arbeiten wir beide nicht Vollzeit, kümmern wir uns beide um den Haushalt (Olli etwas mehr, wie selbst Jette zugibt) und vor allem um unsere Töchter.

Auf diesem Weg erlebten wir schon viele Geschichten – manche zum Lachen, manche zum Weinen. Wir begegneten Vorurteilen aber auch ehrlichem Interesse. Oft hätten wir uns mehr Austausch mit Gleichgesinnten gewünscht. Mutmachende Geschichten anderer Eltern: Beispiele dafür, dass Kinder und beruflicher Erfolg möglich sind – nicht nur für die Top-Managerinnen. Oder dafür, dass Männer nicht ihr gesamtes berufliches Dasein riskieren, wenn sie sich Zeit für ihre Familie nehmen.

Diese Geschichten wollen wir hier aufschreiben. Dabei freuen wir uns, wenn ihr auch eure Geschichten und eure Meinungen mit uns teilt. Was wir nicht wollen ist eine Debatte darüber, welcher Weg besser oder richtiger ist: Wir gehen davon aus, dass jede Familie einzigartig ist. Jedes Elternpaar möchte das Beste für seine Kinder und wir alle finden und gehen unseren eigenen Weg. Den Weg, der zu uns, unserem Leben und unserer Familie passt.

Wir freuen uns, dass ihr hier seid!